Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
diggär

25 Jahre danach- Die Katastrophe von Tschernobyl

6 Beiträge in diesem Thema

Es ist der 26. April 1986 der die Welt verändert hat. Eine Katastrophe deren Auswirkungen bis heute spürbar sind und für immer spürbar sein werden. Der Super-GAU im AKW Tschernobyl jährt sich zum 25. Mal und gerade in diesen Tagen wo man in Fukushima gegen eine ähnliche Katastrophe kämpft, werden bei vielen Menschen die schrecklichen Bilder wieder in Erinnerung gerufen.

Countdown zum Super-GAU:

Punkt Mitternacht übernahm die Nachtschicht in Reaktor 4 des Kernkraftwerk Tschernobyl in der damaligen Sowjetunion (heute: Ukraine) ihren Dienst. Anstelle des normalen Dienst stand an diesem Abend eine Notfallübung auf dem Plan. In dieser Ãœbung sollte geprobt werden ob der Reaktor bei einem unverhergesehenen Stromausfall trotzdem ausreichend über die Notstrom Dieselgeneratoren gekühlt werden.

Um 00:28 Uhr wird die Leistung auf 500MW abgesenkt. Es ist heute unklar ob die folgenden Ereignisse aufgrund eines Bedienfehlers oder eines Konstruktionsfehlers eintraten. Anstelle der vorgesehenen 500MW sank die Reaktorleistung auf nur noch 30 MW was 1% der Nennlestung entspricht.

Die Nachtschicht bemerkte den Fehler um 00:32 und versuchte mit dem herausfahren der Steuerstäbe die Leistung zu steigern. Da aber bereits eine sogenannte "Xenonvergiftung" innerhalb des Reaktors eingesetzt hat, konnte der Reaktor nur noch auf 200 MW Leistung (etwa 7% Nennleistung) gesteigert werden.

Um 01:18 Uhr leuchten Warnsignale auf, da durch den das abgeschaltete Kühlsystem zu wenig Kühlwasser im Reaktor war. Es wird daraufhin Kühlwasser zugeführt um die Warnsignale zu deaktivieren.

Um 01:23:04 Uhr begann der Test indem man die Turbinenschnellschlussventile schloss. Die Wärmeabfuhr war nun unterbrochen und die Temperatur des Kühlmittels stieg an. Die Reaktorleistung stieg an worauf die automatische Reaktorregelung mit der Einführung einiger Steuerstäbe reagierte. Die Leistung stabilisierte sich allerdings nicht wie vorgesehen. Die verheerende Kettenreaktion hatte zu diesem Zeitpunkt bereits begonnen.

Um 01:23:40 Uhr löst der Schichtleiter Aleksandr Akimow den Knopf des Havarieschutzes, Typ 5 (Notabschaltung des Reaktors), aus. Dadurch sollten alle zuvor aus dem Reaktor entfernten Steuerstäbe auf einmal wieder eingefahren werden. Hier kam jetzt der entscheidende Konstruktionsfehler des Reaktors. Die Spitze der Steuerstäbe bestanden aus Graphit, welches im Moment des Einfahrens die Leistung des Reaktors kurzzeitig erhöhte. Da alle Stäbe gleichzeitig eingefahren wurden kam es vier Sekunden später zur Kernschmelze und zur Detonation des Reaktoschutzbehälters. Der Druck der Explosion zerstörte das Dach des Reaktorgebäudes und der geschmolzene Kern reagierte mit der Atmosphäre, woraufhin er Feuer fing. In den folgenden 10 Tagen verbrannten rund 250 Tonnen verstrahltes Graphit. Die Explosion und der folgende Graphitbrand setzten enorme Mengen Radioaktivität frei die sich langsam über Europa ausbreiten sollte.

align=Chttp://www.elhabib.at/wp-content/uploads/2007/11/chernobyl.jpg[/img]

[small]Reaktor 4 am Tag nach dem Super-GAU[/small]

Folgen der Katastrophe:

Erste Reaktionen der sowjetischen Regierung war die Einberufung von "freiwilligen " sogenannten Liquidatoren die den Schutt beseitigten sollten und den noch immer frei liegenden Reaktor (bzw. das was übrig war) provisorisch abzudecken.

Desweiteren wurde 36 Stunden nach dem Unglück die Stadt Prypjat evakuiert.

Erst nachdem man die Radioaktivität in Schweden messen konnte gab man den Unfall in der Öffentlichkeit zu, bis dato hatte sich die Wolke bereits über fast ganz Europa verteilt.

Die Sowjetunion begann nun mit umfangreichen Gegenmaßnahmen. Das bekannteste Resultat ist wohl der "Sarkophag" der um den zerstörten Reaktor errichtet wurde.

align=Chttp://www.weltbildung.com/main-fotos/chernobyl-sarkophag-shelter.jpg[/img]

[small]Der Sarkophag von Tschernobyl[/small]

Die Langzeitfolgen der Katastrophe waren bzw. sind unzählige Todesopfer (etwa 20.000 bis 100.000 Menschen) und schlimmste Missbildungen bei Kindern. Die Details dürften weitesgehend bekannt sein, deswegen werde ich zu Mutationen nichts weiter schreiben.

Heute ist ein Gebiet von etwa 30km rund um das Kraftwerk Sperrgebiet und darf nur mit Sondergenehmigung der ukrainischen Regierung betreten werden. Nur noch wenige Menschen leben innerhalb der "Todeszone", die meisten von ihnen sind bereits nach kurzer Zeit in ihre Häuser zurückgekehrt.

Tschernobyl in Zukunft:

Es ist allgemein bekannt das der Sarkophag Leck geschlagen ist und wieder Radioaktivität abgegeben wird. Aus diesem Grund soll bis spätestens 2014 eine neu errichtete Schutzhülle den Reaktor für weitere 100 Jahre abschirmen.

Die Wissenschaft ist sich einige das Tschernobyl noch für viele Jahrzehnte vielleicht sogar Jahrhunderte Sperrzone bleiben wird.

Einige gehen sogar von mindestens 40.000 bis 50.000 Jahren aus bis man ohne Gefahr das Sperrgebiet wieder betreten und eventuell wieder besiedeln kann.

[---]

In diesen Tagen sollten alle Menschen mal nachdenken ob die Nutzung einer solchen Technik zur Energiegewinnung wirklich das Risiko wert ist. Noch heute stehen 17 Reaktoren auf Bundesgebiet, einige davon teilweise in einem unzumutbaren Zustand.

Tschernobyl und Fukushima haben gezeigt, dass Atomenergie nicht beheerschbar ist.

In stillem Gedenken an die Opfer von Tschernobyl auf das die Erinnerung an sie nie verblassen möge.

Grüße

diggär

Teile diesen Beitrag


Link to post
Share on other sites

Ich gedenke den Opfern von Tschernobyl und Fukushima, sowie allen weiteren Menschen die von den Radioaktiven Wolken stark bestrahlt wurden und leider vielleicht noch werden, durch die Mutationen und Strahlenbelastungen in ihrem Leben stark eingeschränkt sind und an alle Angehörigen der Opfer in der Welt.

Außerdem stehen noch mehr AKWs in Deutschland (mit 19 Reaktoren) auch wenn sie schon deaktiviert worden sind, können auch die noch gefährlich werden, sowie zahlreiche experimentelle und Forschungsreaktoren, von denen bis heute übrigens erst einer komplett demontiert werden konnte. Dort steht, wenn ich das noch richtig in Erinnerung hab ein kleines Industriegebiet. Die Strahlung dort ist schon auf den Normalwert runtergefallen.

Zu Thema Zukunft mit Atomenergie kann ich nur sagen, sie ist nicht, entgegen anderer Meinungen aus China, Russland und der USA die Energiequelle der Zukunft. Für mich ist sie momentan aber noch nicht wegzudenken, da die Alternativen erneuerbaren Energiequellen noch nicht so effektiv sind. Zum Beispiel:

- Für das kleinste deutsche AKW müsste man 350 Windkrafträder bauen, für das größte sogar 600.

- für mehr Staudämme, die ja ähnliche bzw. vielmehr Energiemengen produzieren können, ist in Europa nicht genug Platz...

- Solarzellen produzieren Saubere Energie, halten dafür nicht lange (15-20 Jahre), sind daher in den meisten Fällen nicht rentabel, jedoch ist die Herstellung und die Zelle extrem unsauber, weil alles daran Sonderüll ist/ wird

Daher ist die Atomkraft für mich eine Zwischenlösung. Sicher sie ist mit die Unsauberste, aber auch eine der Energiereichsten und wir brauchen die Energie eben. Sobald die anderen erneuerbaren Energiquellen allerdings ausgereifter sind sollten alle AKWs abgeschaltet werden und endlich eine Lösung für den müll gefunden werden.

bearbeitet von General Ben Carville

Teile diesen Beitrag


Link to post
Share on other sites
Zu Thema Zukunft mit Atomenergie kann ich nur sagen, sie ist nicht, entgegen anderer Meinungen aus China, Russland und der USA die Energiequelle der Zukunft. Für mich ist sie momentan aber noch nicht wegzudenken, da die Alternativen erneuerbaren Energiequellen noch nicht so effektiv sind. Zum Beispiel:

- Für das kleinste deutsche AKW müsste man 350 Windkrafträder bauen, für das größte sogar 600.

- für mehr Staudämme, die ja ähnliche bzw. vielmehr Energiemengen produzieren können, ist in Europa nicht genug Platz...

- Solarzellen produzieren Saubere Energie, halten dafür nicht lange (15-20 Jahre), sind daher in den meisten Fällen nicht rentabel, jedoch ist die Herstellung und die Zelle extrem unsauber, weil alles daran Sonderüll ist/ wird

Hier in Deutschland ist es aber egal. Die AKWs in Deutschland speisen nur rund 20GW ins Netz. Die gesamte Leistung die ins Netz gespeist wird liegt bei ca. 130-140GW. So und jetzt kommt der Hammer: Deutschland verbraucht seit ca. 10(!!!) Jahren im Durchschnitt 80GW. Das heißt das wir ca 50-60GW mehr als benötigt produzieren und das verkaufen wir. Der einzige Grund, dass die AKW nihct abgeschaltet werden hier in Deutschland, ist das Geld. Wenn die AKWs vom Netz genommen werden fehlt uns das Geld für 20GW und das ist ja wichtiger als die Sicherheit von 82 Mio. Menschen.

bearbeitet von DerEinzigWahreKane

Teile diesen Beitrag


Link to post
Share on other sites

Ich bedachte auch dabei die Kohlekraftwerke die Zeitgleich mitabgeschaltet werden sollten. Das wir mehr produzieren als wir verbrauchen war mir bewusst. Mit Kohle wird immer noch mehr als 45 % des gesamten Stromes produziert und die pussten weiter CO2 in die Atmosphäre.

Mit Atomenergie produzieren wir 20 % des Bedarfs.

Laut der Energie PDF des Bundesministerium für Wirtschaft und Technik, Ausgabe August 2010, Schaubild 38.

http://www.energie-verstehen.de/Dateien/Energieportal/PDF/energie-in-deutschland,property=pdf,bereich=energieportal,sprache=de,rwb=true.pdf

Ich bin auf jedenfall für Erneuerbare Energien, aber sie sind eben halt noch nicht so effektiv das sie die 2 größten Energieproduzierenden Arten ablösen könnten. Geschweige denn das deren Produktion nicht soviel Sondermüll produziert. Also brauchen wir die AKWs noch.

bearbeitet von General Ben Carville

Teile diesen Beitrag


Link to post
Share on other sites

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!

Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.

Jetzt anmelden

Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen